Thema
Ehe es zu spät ist – Partnerschaft in der Krise

Sie arbeiten in einer Beratungsstelle? Als Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt? Als Mediator*in? Als Supervisor*n?

Sie begegnen Paaren, die sich in einer Krise befinden, in anderen Zusammenhängen?

Sie möchten verstehen und helfen, dass eine Krise nicht zur Trennung führen muss, sondern als Chance erkannt und genutzt wird?

In diesem Vertiefungsseminar wird in einem Wechsel aus Theorie und praktischen Übungen genau daran gearbeitet. Ziel der Veranstaltung ist es, Paarkonflikte nicht nur zu verstehen, sondern sie auch zu fühlen, ohne die professionelle Distanz zu verlieren. Wir beschäftigen uns mit Übertragung, Gegenübertragung und Methoden souveräner Separation zwischen eigenen Krisenerfahrungen und denen unserer Klienten.

Thema
Mediation in Gruppen und Teams

Die Mediation von Gruppen und Teams ist aufgrund der größeren Anzahl an Personen besonders komplex und anspruchsvoll. Die grundsätzlichen Eckpfeiler dieser Systeme werden vorgestellt und beleuchtet. In diesem Modul werden Methoden zum Umgang mit der Dynamik von Gruppen vermittelt sowie Gruppenmoderation, Intervention und eine sinnvolle Strukturierung der Mediation erlernt.

Konflikte haben erheblichen Einfluss auf das Denken, Fühlen und die Kommunikation in Gruppen und Teams. Die Wahrnehmung der Gruppenmitglieder aufeinander verschlechtert sich, Handlungsdruck und die Suche nach Schuldigen rauben Kraft und verstellen Perspektiven. das Seminar setzt sich mit diesen Phänomenen auseinander, um Handlungsperspektiven für den deeskalierenden Umgang mitKonflikten zu erlangen.

Thema
Angeordnete Mediation – Mediation im „Zwangskontext“

Hocheskalierte Familienkonflikte, insbesondere Sorge und Besuchsrechtsstreitigkeiten, lassen sich durch gerichtliche oder behördliche Entscheide oft nicht nachhaltig lösen. Hier sind zusätzliche Konzepte und Konfliktlösungsstrategien gefragt. Dabei entstehen folgende Fragestellungen:

  • Kann gegen den Willen einer Konfliktpartei eine Mediation angeordnet werden?
  • Ist das Ausüben eines gewissen Drucks auf die Streitparteien der Lösungsfindung förderlich?
  • Wie gelangt man in der Mediation von Zwang in Richtung Freiwilligkeit?
  • Bis zu welchem Grad darf Zwang ausgeübt werden?

Diese Themen sollen in der Fortbildung aufgegriffen

 

Inhalte

  • Freiwilligkeit/Pflicht zur Teilnahme an einer Mediation
  • Konzepte für eine Mediationspflicht
  • Ausgestaltung, Umfang, Umsetzung einer Mediationspflicht
  • Kooperation mit dem Überweiser und den anderen involvierten Professionen
  • Praktisches Vorgehen in der angeordneten Mediation (Kontrakt, Haltung gegenüber Konfliktparteien, Methoden, Techniken)

 

Didaktik

Theoretische Inputs, Fallarbeit, Leiter- und TeilnehmerInnen-Rollenspiel, Plenum, Gruppenarbeit TeilnehmerInnen MediatorInnen, Fachleute mit Mediationskenntnissen

 

Leitung

Heiner Krabbe, Dipl. Psych., Psych.

Thema
Die Kunst des Fragens – Grundlagen


Inhalte:

Das Formulieren von Fragen gehört zu den Arbeitsinstrumenten im professionellen Kontext; dies gilt insbesondere bei der Förderung der Konsensbereitschaft von Parteien. Fragen sind neben Aussagen zentrales Handwerkszeug in der Kommunikationsgestaltung. Während Aussagen Antworten liefern, fordern Fragen zu Antworten auf. Der reflektierte Einsatz von Aussagen und Frageformen kann somit auf den Gesprächsverlauf entscheidend Einfluss nehmen. Die Verwendung passender Frageformen kann den Verlauf eines Gesprächs maßgeblich steuern.

Themen:

  • Fragen als kommunikativer Akt/Aussagen als kommunikativer Akt
  • Verhältnis von Aussagen und Fragen
  • Anwendung von Fragen und Aussagen im Zweiergespräch
  • Gestaltung eines Konfliktgesprächs mit Hilfen von Fragen und Aussagen verschiedener Frageformen
  • Überblick über Frageformen

Lernziele:

  • Es werden Grundlagen zu Fragen und Aussagen im Gesprächsprozess vorgestellt und ihre Wirkung an Praxisfällen erprobt.

Didaktik:

  • Theoretische Informationen
  • Praxisbeispiele
  • Erprobung in Groß- und Kleingruppen
  • Reader

Thema
Die Kunst des Fragens – Vertiefung

Inhalte:

Das Formulieren von passenden Fragen gehört zu den Arbeitsinstrumenten von Mediatoren: Fragen sind zentrales Handwerkszeug der Gestaltung des Gesprächs.
Frageformen lassen sich einteilen nach Art der Beantwortung bzw. nach der Absicht des Fragenden und der Wirkung auf den Befragten. Durch Verwendung passender Frageformen wird das Gespräch in die richtige Richtung gelenkt. Dabei gilt es die Vorzüge aber auch die Risiken jeder Frage zu berücksichtigen.


Themen:

  • Fragen als kommunikativer Akt
  • Frageformen nach der Art der Beantwortung
  • Frageformen nach Absicht des Fragenden sowie Wirkung auf den Befragten
  • Wie man nicht fragen sollte
  • Gestaltung eines Konfliktgesprächs mit Hilfen von Frageformen

Lernziele:

  • Es werden Fragetechniken im Gesprächsprozess vorgestellt und an Praxisfällen erprobt.

Didaktik:

  • Theoretische Informationen
  • Praxisbeispiele
  • Erprobung in Groß- und Kleingruppen
  • Reader

Thema
Emotion und Motivation in der Mediation

Inhalt

Das Wort „Emotion’’ stammt vom lateinischen Wort „movere“ ab und bedeutet, „heraus bewegen“, „in Bewegung setzen“, „in einen erregten Zustand versetzen“. Emotionen berühren uns, erregen uns und bewegen uns in eine bestimmte Richtung.

Emotionen haben eine Signalfunktion für Motivationen. Motivationen ihrerseits sind in energetisierende Kräfte, die das menschliche Verhalten steuern.

Beide Faktoren Emotionen und Motivationen liefern nicht – triviale Erklärungen für menschliches Verhalten. Beide sind als Quellen menschlichen Verhaltens zu verstehen und entsprechend zu behandeln.

Diese beiden Faktoren sollen im Seminar neben der Vermittlung von Grundlagenwissen an konkreten Fallbeispielen aus der Praxis erläutert und erprobt werden.

  • Grundlagen von Emotion und Motivation
  • direktes und indirektes Ansprechen von Emotionen im professionellen Gespräch
  • Übergang von den Motivationen der Parteien um zum Aushandeln von Vereinbarungen
  • hochemotionale Parteien im Mediationsprozess

 

Lernziele

  • Verständnis für Emotionen und Motive der Parteien
  • eigene Haltung im Umgang mit strittigen Parteien
  • Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit stark emotionalisierten Parteien

 

Methoden

  • Theoretische Informationen
  • Praxisbeispiele
  • Übungen in Gross- und Kleingruppen

 

Leitung

Heiner Krabbe, Dipl. Psychologe und Mediator, Münster

Thema
Mediation in Familien­unternehmen und Unternehmens­nachfolge

Konflikte in Familienunternehmen sind ein enorm großes Anwendungsfeld für Mediation. Bei dem weitaus größten Teil aller Unternehmen sind Leitung und Besitz in Familienhand und jedes Jahr steht in tausenden solcher Unternehmen die Regelung der Nachfolge an. Gerade in dieser Situation müssen viele Fragen geklärt werden, bei denen wirtschaftliche Themen eng verflochten sind mit den emotional aufgeladenen familiären Beziehungsthemen. Das Potenzial von Mediation liegt gerade darin, sowohl die sachlichen als auch die zwischenmenschlichen Aspekte eines Konfliktes angemessen und strukturiert zu klären. Daher bietet das Mediationsverfahren eine sehr passgenaue Möglichkeit zur Lösung von Konflikten in Familienunternehmen.

MediatorInnen stehen dabei vor einer besonderen Herausforderung. Sie arbeiten mit Konfliktparteien, die in den unterschiedlichen Systemlogiken von Unternehmen, Familie und Eigentum eingebunden sind. Die Erwartungen an das Verhalten in den verschiedenen Rollen – als EigentümerIn, als Eltern, Kind oder Geschwister, als Unternehmensleitung – sind extrem unterschiedlich und gehen durcheinander. Das Konfliktpotential ist entsprechend hoch.

Im Seminar werden Konzepte und Methoden vermittelt, die dabei helfen mit dieser besonderen Konfliktdynamik sicher umzugehen. Gleichzeitig lassen sich viele Ansätze auf andere Konfliktfelder übertragen, in denen die Parteien gleichzeitig in unterschiedlichen Rollen miteinander zu tun haben, z.B. als Freunde und Gesellschafter.

Thema
Hochstrittige Parteien
vom Umgang mit dem Scheitern

Dieses Vertiefungsseminar wird sich schwerpunktmäßig mit hochkonflikthaften Situationen von Paaren befassen, die sich in der Trennung beziehungsweise in der Scheidungsphase befinden. Ihre hohe Emotionalität stellt Berater*innen vor besondere Herausforderungen. Es werden professionelle Hilfestellungen erarbeitet, um den Ratsuchenden den Umgang mit dem Scheitern ihrer Beziehungen und mit Schuldgefühlen erleichtern.

Thema
Konfliktdynamik in Gruppen und Organisationen

Bei Konflikten in Gruppen oder Teams bieten Teamkonfliktmoderation und Gruppenmediation unter Berücksichtigung von Rollenverhältnissen einen sicheren Rahmen zur Klärung. Die genannten Verfahren sind vielfach erprobt und bewährt.

Thema
KurzZeitMediation

Die KurzZeitMediation ist eine spezielle Form der Mediation. In der KurzZeitMediation wird der gesamte Mediationsprozess in einer Sitzung gestaltet. Dies erfordert vom Mediator eine größere Vorbereitung der Mediation, einen umfangreichen Vorlauf, eine stärkere Präsenz bei der Prozessgestaltung, sowie ein präzises Zeitmanagement. Die KurzZeitMediation kann einen zeitlichen Umfang von 2 - 8 Stunden haben. Sie wird in der Praxis von den Konfliktparteien oft angefragt, da hier eine Konfliktlösung in einem überschaubaren Rahmen angeboten wird.

Inhalte:

  • Grundkonzept der KurzZeitMediaiton
  • Indikation / Kontra-Indikationen von KurzZeitMediation
  • Gestaltung der Vorlaufphase
  • Telefonischer Kontakt / Einzelgespräch im Vorlauf (Checkliste).
  • Zeitmanagement
  • Systematische Vorbereitung des Mediationsprozesses
  • Ablauf einer KurzZeitMediaiton in Echtzeit an einem Beispielfall aus der Praxis
  • Praxisfragen zur KurzZeitMediation

Didaktik:

  • Theoretische Informationen
  • Praxisbeispiele
  • Erprobung in Groß- und Kleingruppen
  • Reader

Thema
Phasen und Geschwindigkeiten der Mediation

— Sinn, Gestaltung, Tempo —

 

Ziel des Seminars

Ziel des Seminars ist ein vertieftes Verstehen der einzelnen Phasen der Mediation sowie ihre jeweilige Ausgestaltung. Dabei wird der Grundgedanke jeder Phase, ihre Geschwindigkeit und ihre praktische Umsetzung an Praxisbeispielen vorgestellt und erprobt. Das konzeptionelle Grundverständnis soll dem Mediator helfen, die bisweilen unabwägbare Dynamik einer Mediation besser einschätzen und steuern zu können.

 

Inhalte des Seminars

  • Das Grundkonzept der Mediation Konfliktbearbeitung - Verstehen und Handeln
  • Die drei Phasen des Handelns in der Mediation
  • Die drei Phasen des Verstehens in der Mediation
  • Die Rolle des Mediators in den verschiedenen Phasen der Mediation
  • Die wechselnden Geschwindigkeiten in den einzelnen Phasen:
    von der Kunst zu verschnellen und zu verlangsamen
  • Die Möglichkeit einer systematischen Vorbereitung auf die einzelnen Mediationsphasen

 

Didaktik

  • Inputs Theorie
  • Praxisbeispiele an der Mediation
  • Leiter- und Teilnehmerrollenspiele
  • Klein- Großgruppenarbeit

Thema
Prinzipien der innerbetrieblichen Wirtschaftsmediation

Konflikte in Organisationen, Verwaltungen und Unternehmen haben andere Hintergründe und Verläufe als private Konflikte. Personen begegnen sich in Rollen, Organisationskontexte, Strukturen, Abläufe und Arbeitsaufträge haben hohe Bedeutung. Settings und Vorgehensweisen der innerbetrieblichen Konfliktbearbeitung müssen von Mediator*innen entsprechend angepasst und mit der Logik von Unternehmen und Organisationen verbunden werden.

Thema
Das Einzelgespräch in der Mediation

Das Einzelgespräch ist eine wirkmächtige Intervention. Jede/r, die/der Mediationserfahrung hat, wird dies bestätigen können. Oftmals ermöglicht erst das Gespräch unter 4 bzw. 6 Augen den Austausch von Informationen, die den Durchbruch für eine einvernehmliche Lösung des Konfliktes darstellen.

In der Mediationsausbildung führt die Schulung dieser Intervention eher ein Schattendasein. Dieser Werkstatttag soll Licht in Aufbau, Struktur, Chancen und Risiken des Einzelgesprächs bringen und die Möglichkeit bieten, Einzelgespräche praktisch zu erproben.

Thema
Entschuldigung in der Mediation

Wenn uns Menschen ein Unrecht widerfahren ist, ruft alles in uns nach Wiedergutmachung.

Dabei sehen wir in der Regel nur durch unsere eigene Gerechtigkeitsbrille. Die Wahrnehmung von außen spielt zunächst keine Rolle.

Deshalb verlangen Medianden in der Mediation häufig von der Gegenseite eine Entschuldigung. Für die andere Seite kann dies aus verschiedenen Gründen schwierig sein: Verliere ich das Gesicht, wenn ich mich entschuldige? Gibt es überhaupt einen Sachverhalt, für den ich mich entschuldigen möchte bzw. kann?

Wer als Mediator*in mit einer solchen Sachlage konfrontiert wird, hat oft seine liebe Not. Dieser Werkstatttag beleuchtet das Thema „Entschuldigung“ aus verschiedenen Blickwinkeln und entwickelt mit den Teilnehmenden zusammen mediative Möglichkeiten der Deeskalation und Befriedung.