1648 bis 2019 Zeiten des Wandels sind Zeiten der Mediation

Mediation in Münster hat eine lange Tradition. Nach dem verheerenden 30-jährigen Krieg wurde von 1643 bis 1648 in Münster und Osnabrück der "Westfälische Frieden"durch Mediation erreicht.

Auch heute steht die Gesellschaft vor einem grundlegenden Umbruch. Der Weg in die "nächste Gesellschaft" ist komplex, unüberschaubar und unsicher.
Gesellschaftliche und politische Problemlösung können mit Hilfe der Mediation ermöglicht werden. In Zeiten des Umbruchs können in vielen Bereichen die Abläufe durch Kommunikation und Vermittlung wirksamer gestaltet werden.

Transparenz, Beteiligung, Achtsamkeit im Umgang miteinander und Konfliktfestigkeit in Verfahren unterstützen konstruktive Konfliktregelungen in Unternehmen, in der Jugendhilfe und bei den Gerichten.

In Vorträgen und interdisziplinären Tischdiskussionen sollen diese Themen vertieft werden und zu einem Austausch zwischen den verschiedenen Bereichen anregen.

Wir laden Sie herzlich zu dieser Veranstaltung ein.

 

Am 10. Dezember 2019
9.30 – 17.00 Uhr
im LWL-Landeshaus in Münster

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Mediation mit Tradition in Münster

Der Dreißigjährige Krieg

Auf den unterschiedlichen Ebenen der Parteien und ihrer Verwicklung in den Krieg wurden die Verhandlungen auch in unterschiedlicher Form geführt. Frankreich etwa bediente sich bei den Verhandlungen mit dem Kaiser und mit Spanien zweier Mediatoren: des päpstlichen Nuntius Chigi und des venezianischen Botschafters Contarini. Die beiden übermittelten, wie das im Hamburger Präliminarfrieden vorgesehen war, zwischen den Parteien Vorschläge und Stellungnahmen, beschränkten sich aber nicht auf bloße Botentätigkeit, sondern kommentierten die überbrachten Vorschläge auch und gaben Hinweise, wo sich Kompromisse finden ließen und wo nicht. Es handelte sich also um Dreiecksverhandlungen, die überwiegend schriftlich geführt wurden . Der mündliche Austausch blieb, wenn es ihn denn überhaupt gab, auf die Mediatoren beschränkt. Dagegen verhandelten die Schweden unmittelbar mit der kaiserlichen Seite und den Reichsständen. Das hatte seinen Grund zum einen darin, dass der dafür vorgesehene dänische Vermittler nach dem Krieg von 1644/45 nicht mehr zur Verfügung stand; zum anderen war man auf schwedischer Seite offenbar nicht an einem Vermittler interessiert. Auch die spanisch-niederländischen Verhandlungen wurden ohne Vermittler geführt. Mitunter trafen sich die Verhandlungsleiter persönlich, doch im Unterschied zur heutigen Zeit war das eher selten der Fall. Man arbeitete in Münster und Osnabrück also flexibel und zwang die Delegation nicht in ein festes Korsett, sondern ließ ihnen alle Freiheit, eine Art der Verhandlungsführung zu wählen.